Ver ö ffentlicht auf Wei ß wasser/O.L. ( http://www.weisswasser.de )

Stadtverein Weißwasser feiert seinen 10jährigen Geburtstag

Am 2. Februar feierten ca. 70 Vereinsmitglieder und Unterstützer des Stadtverein Weißwasser e.V. in der Tanzschule Weisse das 10 jährige Bestehen des Vereins. In einer entspannten Atmosphäre wurden viele interessante Gespräche geführt und wer wollte, konnte auch das Tanzbein schwingen.

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Fotos Anja Gebert

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Stadtverein Weißwasser - Gemeinschaft von Willigen LAUSITZER RUNDSCHAU vom 02.02.2013

Die RUNDSCHAU spricht mit Vorsitzenden Frank Schwarzkopf über zehn Jahre Vereinsentwicklung


Der Weißwasseraner Stadtverein hat das erste Jahrzehnt seines Daseins hinter sich. Wie das im Kindesalter so ist, gibt es nicht nur Streicheleinheiten, sondern auch mal Schelte. Was einen nicht umhaut, macht stark. Verschiedenste Erfahrungen zu sammeln, sich mit unterschiedlichen Auffassungen auseinanderzusetzen ebenso. Über Geburt, Klein- und Kindesalter des Vereins sprach die RUNDSCHAU mit dem Vorsitzenden Frank Schwarzkopf.

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Seit zehn Jahren ist Frank Schwarzkopf Chef des Stadtvereins. Foto: Joachim Rehle/jor1


Mit wenigen Worten gesagt – was macht den Stadtverein aus?
Er ist etwas anders als viele Vereine und gehört als Dachorganisation zu dem Guten, was Weißwasser und die Region zu bieten haben. Kein Verein ist selbstlos. Auch wir nicht. Aber wir streben nicht nach Trophäen oder ersten Plätzen wie im Sport. Für uns ist es eine Freude, etwas für die Gemeinschaft zu machen, zur Lebensfreude der Menschen in Weißwasser beizutragen. Vom ersten Tag an, und die damalige Oberbürgermeisterin Helma Orosz fand die Idee nicht nur toll, sondern machte es zu ihrer eigenen Sache.

Sie war also von Anfang an Feuer und Flamme?
Als sie ihren OB-Wahlkampf machte, wurde sie immer wieder gefragt, wie sich die Stadt in welchem Verein einbringen will. Die Antwort war: Nicht in einen, sondern in vielen. Also wurde erst eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die rund ein dreiviertel Jahr die Gründung des Stadtvereins vorbereitete. Am 30. Januar 2003 war es dann soweit mit 21 Mitgliedern. Das war der Ausgangspunkt.

Dann ging es an die eigentliche Arbeit?
Die Feuerprobe war das Stadtfest. Und Weißwasser hatte kein Geld dafür. Da kam Monika Kirchhoff, die Hebamme des Vereins, im Rathaus für Wirtschaftsförderung zuständig, auf die 99-Luftballon-Aktion. An jedem hing eine Karte mit den Namen aller, die mit einer finanziellen Spende in Höhe von 99 Euro und mehr halfen, das Fest durchzuführen. Und die Leute, die einen solchen Luftballon fanden, erhielten damit gleichzeitig eine Eintrittskarte für die Erlebniswelt in Krauschwitz und eine Fahrkarte für die Waldeisenbahn. Eine Idee, die bei den Besuchern gut ankam.


Welche Namen fallen Ihnen denn aus den Anfangsjahren ein?

Zwei nannte ich schon – Helma Orosz und Monika Kirchhoff. Gert Emmrich, Uli Teichert, Hartwig Rauh – damals als Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins – oder Heidrun Palmroth als erste Einzelhändlerin im Verein, Tino Schumann, Timo Schutza, Vroni Gröschner, Volkmar Schnell fallen mir zum Beispiel ein. Und dann Vertreter von Vereinen, die unter dem Dach des Stadtvereins Unterschlupf fanden, die es heute aber nicht mehr gibt wie zum Beispiel Werbeverein, Wirtschaftstage-Verein, Fremdenverkehrsverein.

Was waren denn die hauptsächlichsten Betätigungsfelder?

Das waren die Arbeitsgruppen Handel und Gewerbe, Stadtentwicklung, Kultur und Sport, in die sich die Mitglieder einbrachten. Das Hauptaugenmerk lag damals auf unser Zutun am integrierten Stadtentwicklungskonzept. Wir haben kurz Insek dazu gesagt. Wir sorgten an der Basis für die nötige Transparenz zwischen den Bürgern, der Stadt und den Unternehmen.

Gibt es unvergessene Veranstaltungen, die ohne den Stadtverein undenkbar gewesen wären?
Eine ganze Reihe, aber dafür haben wir uns immer Partner an die Seite geholt, damit die Konzepte aufgingen. Auf der anderen Seite haben wir so manche Veranstaltung unterstützt, die von Mitgliedern auf die Beine gestellt wurden. Ich denke an die Stadtfeste, an den Sommernachtsball in der Orangerie im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, an die Opernaufführung "Nabucco" auf dem Weißwasseraner Marktplatz, an Weihnachtsmärkte. Es wurden Projekte der Jugendinitiative Weißwasser unterstützt. Aber auch die Herausgabe von Publikationen, wie zum Beispiel das Geschichtsbuch der Gebrüder Vette "Wer Weißwasser kennt . . ." oder die Sächsischen Heimatblätter. Was die Teilnahme Weißwassers an der sächsischen Cityinitiative "Ab in die Mitte" betrifft, so war der Stadtverein Hauptinitiator. Mit dem Beitrag "6 in the City" wurde am Ende ein mit 10 000 Euro dotierter dritter Preis gewonnen.
Ja, na klar, Blockbuster war eine super Sache. Unvergessen, was die jungen Leute mit dem Wohnblock in Süd gemacht haben, bevor der abgerissen wurde. Und für den Tag der Sachsen haben wir dann als "Brückenbauer" die Antragstellung der Stadt unterstützt. Helma Orosz war Sozialministerin geworden, und Weißwasser hatte noch keinen neuen Oberbürgermeister.


Aber der Stadtverein hat sich ja in all den Jahren um weitaus mehr Projekte verdient gemacht als nur um Feste und Feierlichkeiten . . .
Das stimmt. Da war zum Beispiel 2005 der Aktionstag gegen Rechts. Gemeinsam mit hunderten Bürgern setzten wir ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde. Anlass dafür war eine zeitgleich stattfindende Demonstration der rechten Szene. Seit 2008 ist der Stadtverein Projektträger für die Tourist-Info, erst in der Bahnhofstraße und jetzt in der Kunstschmiede. Bei anderen Vorhaben waren wir nur zeitweise der Begleiter. Ich denke an den Verein Zukunft gestalten oder Momentmal beziehungsweise den Verein Oberlausitzer Sportpark. Als feststand, dass die neue Eishalle kommt, ist dieser aufgelöst worden. Das Vermögen von 900 Euro ging an den ESW-Nachwuchs. Ein aktuelles Beispiel ist der Verein Pro Auxilio Hilfe zur Hilfe, der unter unserem Dach agiert und die Fördermittel für den neuen Spielplatz an der Waldeisenbahn stellte. Oder derzeit ist es der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser, den wir unterstützen. Wie gesagt, manchmal sind wir Träger, manchmal Partner. Der Erfolg gibt uns Recht, denn wichtig ist, was bei all dem herauskommt.

Sie betonen häufig, dass Stadtvereinsarbeit Wirtschaftsförderung bedeutet. Warum?
Durch die verschiedensten Förderprojekte haben wir in den vergangenen zehn Jahren zwischen 600 000 und 700 000 Euro nach Weißwasser geholt. Hunderte Firmen erhielten Aufträge.

Wie erleben Sie die Akzeptanz des Stadtvereins?
Bei den Einwohnern ist diese sehr groß. Bei den Stadträten ist es unterschiedlich. Einige sind Mitglieder. Klar machen auch wir Fehler, darüber muss man reden. Aber unsere Fehler machen wir ehrenamtlich. Wir sind keine Mimosen, wenn wir kritisiert werden. Da können wir schon unterscheiden zwischen Kritik und ungerechtfertigten Angriffen. Die gab es, als es um die finanzielle Unterstützung für die Touristen-Info ging. Wegen Kommunikationsproblemen zwischen Rathaus und Räten gerieten wir zwischen die Fronten. Wir sind eine Gemeinschaft von Willigen und offen für vieles, lassen uns verbiegen, aber nicht brechen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Vereins?
Wir wollen auch weiterhin mitgestalten. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, die unser ehrenamtliches Engagement benötigen. Ein großes Thema ist die demografische Entwicklung. Dazu gehört, generationsübergreifende Projekte anzuschieben.

Mit Frank Schwarzkopf sprachen Gabi Nitsche und Daniel Preikschat


Sächsische Zeitung Samstag, 26.01.2013

„Helma Orosz hat den Anstoß gegeben“

Der Stadtverein Weißwasser wird zehn Jahre alt. Ohne Verbündete und große Ziele geht das nicht.

Frank Schwarzkopf am Weißwasseraner Wasserturm. Der Vorsitzende vom Stadtverein sieht seine Aufgabe vor allem darin, Menschen für die Stadt zu begeistern, zur Mitarbeit anzuregen, Verbindungen zu knüpfen und Aktionen in Weißwasser auf die Beine zu stellen, welche die Region lebenswert machen. Foto: André Schulze

Frank Schwarzkopf am Weißwasseraner Wasserturm. Der Vorsitzende vom Stadtverein sieht seine Aufgabe vor allem darin, Menschen für die Stadt zu begeistern, zur Mitarbeit anzuregen, Verbindungen zu knüpfen und Aktionen in Weißwasser auf die Beine zu stellen, welche die Region lebenswert machen. Foto: André Schulze

 

Alle reden vom Ehrenamt. Aber weniger Menschen im Ort bedeutet auch weniger Ehrenamtliche. Alle reden von Kooperation. Aber kaum jemand übernimmt die Verantwortung bei großen Projekten. Alle reden vom Machen statt Reden – und in Weißwasser funktioniert das tatsächlich. Der Stadtverein drückt wie kein anderer Verein dem öffentlichen Leben in der Stadt seinen Stempel auf. Nach zehn Jahren ist es an der Zeit nachzufragen, was tatsächlich auf der Habenseite steht. Am Mittwoch feiert der Verein sein Jubiläum. Die SZ hat mit dem Vereinsvorsitzenden Frank Schwarzkopf über Weißwasser gesprochen.

Herr Schwarzkopf, zehn Jahre ist eine lange Zeit. Lassen Sie uns an Ihrem schönsten Moment teilhaben?

Da muss ich überlegen… Ja, doch: 2005 nahm mich bei einem Eishockeyspiel ein alter Mann beiseite. Ich war ja gegen den Tag der Sachsen, sagte der, aber das Wochenende war so schön. Selbst die Verwandten aus dem Westen waren begeistert, erzählte der Mann. Das hat mich sehr berührt.

Der Tag der Sachsen ist legendär, aber die Gründung des Vereins ist es auch. Wer spielte da die wichtigste Rolle?

Helma Orosz. Ganz klar. Sie war es, die den Anstoß gab. Als die Stadt aufgefordert wurde, dem damaligen Gewerbeverein beizutreten, lehnte sie ab. Dann müsste die Stadt ja auch allen anderen Vereinen beitreten, argumentierte sie und plädierte für eine unabhängige Institution. Damit war die Idee geboren.

Es gab sogar eine doppelte Gründung. Wie kam es dazu?

Am 30. Januar 2003 trafen sich insgesamt 21 Mitglieder zur Gründungsveranstaltung. Aber es kamen Zweifel an der Korrektheit der Vorstandswahl auf. Deshalb wählten wir ein paar Tage später neu. Mit demselben Ergebnis. Eigentlich überflüssig, aber wir waren doppelt abgesichert.

Erinnern Sie sich noch an das erste Projekt?

Das war „99 Luftballons“. Monika Kirchhoff, die bis heute mit dem Verein eng verbunden ist, rief mich mitten in der Nacht an und sagte: Ich habe eine Lösung für unser Geldproblem. Wir ließen also den Start von 99 Luftballons von Unternehmen sponsern und finanzierten damit unser erstes Stadtfest.

Den Stadtverein kennt jeder. Aber was macht der überhaupt?

Wir machen Gemeinwesenarbeit im klassischen Sinn, verantworten die Tourismusinformation, beraten Start-ups. Wir sind die Wasserträger für die anderen Vereine. Wir helfen etwa bei Vereinsgründungen, raten aber auch ab, wenn in der Folge nur die Stadt finanziell belastet würde.

Warum ist der Stadtverein dann nicht gemeinnützig?

Das ist ein steuerrechtlicher Status. Würden wir ihn beantragen, könnten wir das Stadtfest oder den Weihnachtsmarkt nicht machen. Damit würden wir das eng begrenzte Finanzvolumen sprengen. Unsere Kosten finanzieren wir übrigens komplett selbst. Das gilt auch für die Instandhaltungspauschale des Vereinspavillons.

Bei der Gründung waren es 21 Mitglieder. Wie viele sind es heute?

Wir haben 88 Mitglieder. Einige, wie Waldeisenbahn, Tierpark oder Garage, sind von Anfang an mit dabei. Selbstverständlich haben wir auch einige wenige Mitglieder verloren. Aber bei rund 90 Prozent davon handelt es sich um Geschäftsaufgaben, Wegzug, Insolvenz oder Tod.

Für einen solchen Zulauf haben Sie sicherlich kräftig geworben?

Nein. Nie. Wer für uns geworben hat, das waren die Oberbürgermeister. Das gilt für Orosz, Rauh und Pötzsch gleichermaßen. Durch Torsten Pötzsch kamen wir vor wenigen Wochen zu unserem jüngsten Mitglied, dem ACO -Autohaus.

Sie hatten berühmte Köpfe zu Gast. Wer war der spannendste?

Ex-Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau waren bestens vorbereitet. Beeindruckend. Mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder nicht zu vergleichen…

Am Mittwoch wird mit geladenen Gästen gefeiert. Kommt Helma Orosz?

Eins ist sicher: Der Saal wird voll sein. Alle Plätze sind jetzt schon ausgebucht. Und es gibt jede Menge Überraschungen. Mehr verrate ich aber nicht!

SZ-Interview: Thomas Staudt

 

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Sehr geehrte Gäste, liebe Mitglieder des Stadtverein Weißwasser e.V.

Wer hätte eine derartige Erfolgsbilanz bürgerschaftlichen Engagements erwartet, als fast auf den Tag genau vor zehn Jahren, nach knapp zehnmonatiger Verlobungszeit als Arbeitsgemeinschaft, der Stadtverein Weißwasser e.V. mit 21 Mitgliedern am 30. Januar 2003 gegründet wurde?

Zumal wenn man bedenkt, dass unser Verein nach dem Eindruck Außenstehender mitunter wie ein Perpetuum mobile wirkt, also ohne Energien zu verbrauchen dauernd in Bewegung bleibt.

Der Eindruck, die sich seit Gründung vervierfache Anzahl an Mitgliedern verbrauche keine Energie, täuscht natürlich. Vielmehr ist es so, dass unsere „Gemeinschaft von Willigen“ immer wieder neue Kraftquellen personeller, materieller und finanzieller Art zu erschließen vermag, ohne dabei die eigene Identität in Frage zu stellen oder gar aufzugeben.

Diese folgt dem bekannten Grundsatz: Frage nicht, was Deine Stadt oder Deine Region für Dich tun können, sondern was Du für Sie tun kannst. Deshalb betreiben wir keine offensive Mitgliederwerbung, sind jedoch offen für jeden, der auf der Grundlage demokratischer Prinzipien etwas für unser Gemeinwesen tun möchte, denn wer sich nicht bewegt, der wird bewegt.

Die Autorität des Stadtvereins erwächst eben nicht aus althergebrachten Denkmustern. Etwa auf dem gelegentlich mit einem Amt verbundenen unbedingten Bestimmenwollens oder aus einem „wir bestehen seit“-Traditionsbewusstsein mit einem daraus abgeleiteten Anspruchsdenken. Auch die Symbolik eines Status mit „wir haben Anspruch drauf-Gehabe“ gehört nicht zu unserem Ethos.

Der Stadtverein orientiert sich an das Erforderliche und Sinnvolle, um möglichst das Nützliche mit dem Schönen verbinden zu können.

Manchmal sind wir sogar im wahrsten Sinne des Wortes der Notnagel, wenn es darum geht, fast Unmögliches doch möglich zu machen, ohne dass es dann später in der Zeitung zu lesen ist.

Der Stadtverein ist nicht besser als andere Vereine, er ist etwas anders als viele und gehört als eine Dachorganisation zu dem Guten, was Weißwasser und die Region zu bieten haben.

10 Jahre Stadtverein bedeuten nicht nur viele unter seiner Verantwortung durchgeführte attraktive Veranstaltungen, wie 10 Stadtfeste, 10 Weihnachtsmärkte, Mannschaftsläufe, Tage des Sports, Energie- und Osterfeste, die vergangenen beiden sogenannten Hexenfeuer oder eine mehr als siebenjährige erfolgreiche Entwicklung des Vereinspavillons, sondern vor allem auch gelebte und vielfach bewährte Partnerschaften. Partnerschaften sind Fundamentbestandteile unseres Erfolges.

Ohne diese hätte es beispielsweise weder die deutsch-polnischen Wirtschaftstage, keinen dritten Preis der City-Initiative „Ab in die Mitte“, das Nabuccu-Konzert, das kulturelle Glanzlicht Neujahrskonzert 2010 mit Künstlern aus fünf Nationen, deutsch-polnische Tanzfestivals in Zary und den Aktionstag gegen Rechtsextremismus gegeben. Von der vielfältigen Unterstützung des Sports, darunter des Rad-, Eishockey-, Tanz-, Fußball-, Jodo- oder Leichtathletiksports, ganz zu schweigen.

Der Kinderspielplatz am Waldeisenbahnhof wären ebenso wenig Realität wie die Tourismusinformation oder das Vorhandensein mancher Bücher als stadtimagefördernde und dienliche Elemente einer innovativen Wirtschaftsförderung. Stelzenmann Roger hätte keine neuen Beine, Wuschel keinen neuen Kopf sowie 1.000 Plüschkinder und die letzte Kromlauer Klassiknacht wäre weniger abwechslungsreich gewesen.

Natürlich gefällt dies nicht jedem, natürlich machen wir nicht alles richtig, natürlich müssen auch wir Niederlagen einstecken, doch das Resümee von zehn Jahren Stadtverein stimmt insgesamt positiv und Neid ist bekanntlich ja die höchste Form der Anerkennung.

Diese manchen vielleicht überhöht wirkende Einschätzung hat auch etwas mit Stolz und moralischem Selbstschutz zu tun. Denn eines wird bei Kritikern unserer Arbeit oft vergessen. Das Engagieren im Stadtverein ist ehrenamtlich, freiwillig und mehr als das Gelabere mancher Zeitgenossen zielführend, ergebnisorientiert und äußerst erfolgreich.

Niemand muss es sich wie Timo Schutza antun, bis am Rande der Erschöpfungsgrenze zu rackern, um beispielsweise Freudentränen in einer Omas Augen zu zaubern, die ihre Enkelin zur Party auf Heikas-Kulturhof begleitete, was sie nach eigenem Bekunden nur vermochte, weil unsere Stadtfeste eben keinen Eintritt kosten, oder sogar zu frieren, damit Kinderaugen in der Weihnachtszeit zum Leuchten gebracht werden. So dass die Dresdener Morgenpost 2007 den Weihnachtsmarkt in Weißwasser zum kinderfreundlichsten Sachsens kürte und über den von 2012 in der LR zu lesen war: „kinderfreundlicher geht` kaum noch“.

Mitglied im Stadtverein zu sein, ist wie jede freiwillige Mitgliedschaft in einem Verein, einer Stiftung oder ähnlichem weder selbstlos noch uneigennützig. Die Gewissheit, Gutes für andere Menschen zu tun, sollte als Lohn bei jedem bewusst ehrenamtlich Tätigen an erster Stelle stehen. Dass daneben die eigene Selbstverwirklichung eine persönliche Bereicherung bedeutet, sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Wenn dann noch das eine oder andere Geschäft von Mitgliedsunternehmen möglich wird, ist dies auch nicht verachtenswert.

Seit seinem Bestehen hat der Stadtverein mehrere hundert tausend Euro von außen in die Stadt geholt und in deren Wirtschaftskreislauf einfließen lassen, insbesondere durch die Initiierung und erfolgreiche Umsetzung von Projekten, wovon einige nachhaltig wirken, wie man es heutzutage modern auszudrücken pflegt.

Hunderte, vor allem einheimische und regionale Firmen haben etliche Aufträge einzig und allein dank dessen auf freiwilligem ehrenamtlichem Tun beruhenden Engagements erhalten.

Unzählige Arbeitsstunden, meist ohne Aufwandsentschädigungen oder andere Ausgleichszahlungen gehören zum volkswirtschaftlichen Ertrag der Stadtvereinsarbeit.

Stadtvereinsmitglieder streben nicht nach Siegen, Trophäen oder Anerkennungen sondern danach, dass durch ihre Arbeit anderen Menschen Gutes widerfährt.

So gelang es auch, Frauen und Männer zu ermuntern, zu motivieren und ihnen dabei zu helfen, dass sie sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst werden, dass sie selbstbewusst erkennen, was in ihnen steckt und wozu sie in der Lage sind, wenn man ihnen Chancen dazu eröffnet. Die uns heute umsorgenden Damen und Herren des Projektes Klassiknacht dokumentieren dies anschaulich.

Arbeitsplätze wurden vorrangig zwar nur zeitlich begrenzt geschaffen, die daraus erzielten Wirkungen für unsere Stadt und Region können allerdings meist dauerhaft nachgewiesen werden.

Auch bei der Wirtschaftsinitiative Lausitz oder der Gründerwerkstatt LEX brachten wir uns fruchtbringend ein. Die Möglichkeit der Teilnahme von rund siebzig Sportlern aus Weißwasser und Umgebung bei den Europe Master Games 2008 in Malmö entsprang nicht nur einer spontanen Idee dreier Stadtvereinsmitglieder, Vattenfall Europe machte sein damaliges Sponsoring in Höhe von 40.000 Euro sogar abhängig von der Zustimmung und Unterstützung durch den Stadtverein.

Die Stadtvereinsarbeit zeichnet sich durch keine strengen Vorgaben aus. Zusammenkünfte, außer die jährliche Mitgliederversammlung, finden nicht im regelmäßigen Turnus sondern bedarfsgerecht oder auf Vorschlag von Mitgliedern statt.

Pflichtaktivitäten gibt es nicht, jedes Mitglied entscheidet selbst, mit welcher Intensität es sich in die Vereinsarbeit einbringt. Diese Freiwilligkeit entwickelt eine eigene Dynamik und zeigt sich jedem Gruppendruck grundsätzlich überlegen.

Aktive Mitglieder bringen das wertvollste in die Vereinsarbeit ein, was sie zu geben vermögen, einen Teil ihrer Lebenszeit. Dass wurde mir besonders, ja schmerzlich bewusst, wenn diese endete, wie bei unseren verstorbenen Mitgliedern Joachim Firl, Siegfried Stange und Karl-Heinz Schmidl.

Sie sind unvergessen.

In ihrem Sinne wird der Stadtverein weiterhin auch als Initiator, Transmissionsriemen, Wasserträger bzw. Auslöser für Projekte Dritter oder die Gründung von speziellen Organisationen dienen zum Nutzen der Allgemeinheit. Gelingt es nach unserer Starthilfe, dass Neugeschaffenes selbständig zu agieren vermag, wie u.a. bei Moment-mal e.V., Zukunft gestalten ohne zu vergessen e.V., dem Förderverein Freiwillige Feuerwehr Weißwasser e.V. oder dem ProAuxilio Hilfe zur Hilfe e.V. der Fall ist, übernehmen wir anschließend gern eine Partnerfunktion.

Wenn der ehemalige sächsische Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt Weißwasser eine schöne, Altbundeskanzler Dr. Gerald Schröder sie als interessante, der frühere Vattenfalltagebauchef Siegfried Körber Weißwasser als besondere Stadt bezeichneten, Exbundespräsident Dr. Horst Köhler in deren Goldenes Buch schrieb: „Zukunft ist überall, auch in Weißwasser“ und die langjährige Vor- sowie Nachwendebürgermeisterin Bad Muskaus und derzeitige Kreistagsabgeordnete Heidi Knopp öffentlich die Frage stellt, „was wäre Weißwasser eigentlich ohne den Stadtverein“, sind das zwei Seiten einer Medaille.

Auch zukünftig wird der Stadtverein das ihm Mögliche leisten und Hilfe gewähren. Bei Bedarf 2013 auch zum 110. Jahrestag der Eingemeindung von Hermannsdorf nach Weißwasser, dem Erinnern an einen der größten Waldbrände in der Geschichte unserer Stadt vor 25 Jahren oder weiteren Terminen, wie dem 10. Jahrestag des Tierparkträgerwechsels, 10 Jahre Wuschel, 20 Jahre Mobile Jugendarbeit und Radio WSW oder dem 40. Jahrestag des Beginn des Aufschlusses des Großtagebaus Nochten.

Zuallererst verwirklicht der Stadtverein jedoch beständig die Vision unserer Begründerin, Helma Orosz, und der Hebamme des Stadtvereins, Monika Kirchhoff, indem er Beiträge leistet zur Förderung der Lebensqualität in unserer Heimat sowie der Lebenszufriedenheit ihrer Bewohner.

Deshalb danke ich besonders unseren heutigen Ehrengästen, die als Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Führungskräfte oder Inhaber im bzw. außer Dienst unsere Arbeit unterstützen und dies hoffentlich auch künftig zu tun vermögen.

Ein Dank gilt ebenfalls den Medien Presse, Rundfunk sowie Fernsehen, die unsere Vereinsarbeit begleiten, kritisch und wohlwollend.

Mit ihrer Unterstützung wird der Stadtverein weiterhin viel Gutes zu leisten vermögen.

Herzlichen Dank für Ihre Geduld beim Zuhören

 



Kontaktadresse:
Marktplatz 1, 02943 Weißwasser
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